| Katia und Marielle Labèque |
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Kronen Zeitung, 10.5.2008 | Florian Krenstetter Wiener Zeitung, 8.5.2008 | Daniel Wagner HMV Choice, 04/04 2008 | Michael Quinn Partituren, März-April 2008 | GF br-online.de, 17.3.2008 | Oswald Beaujean klassik.com, 21.2.2008 | Tobias Pfleger DIE ZEIT, 17.01.2008 | Oswald Beaujean TAGES ANZEIGER | Thomas Meyer Die Presse, Februar 2007 | Musikverein: Erst Pianissimo, dann Jazz-Feeling, Gerhard Kramer |
| Katia und Marielle Labèque spielten im Zyklus ´Große Solisten´ perfekt in schwesterlicher Harmonie. Zwei zarte, dunkel gelockte Gestalten am Podium des Goldenen Saales. Mit roter, seidig fließender Jacke und von überschäumendem Temperament die eine, in luftigem Blau und eine Spur ruhiger, obwohl von gleicher Spielfreude die andere: Katia und Marielle Labèque, das renommierte Klavierduo. Die beiden Farben signalisieren zugleich die Rollenverteilung – Katia führt, Marielle ergänzt auf gleichem Niveau. Dabei verkörpern die Schwestern ein Wunder an musikalischer Harmonie: da schiebt sich auch nicht die kleinste Differenz zwischen die beiden Parts; jede Nuance der Dynamik und speziell auch der atmenden Modifikation des jeweiligen Tempos wirkt so, als hätte es ein einziges, mit vier Händen musizierendes Wesen gestaltet. Freilich musste man bei ihrer Wanderung durch die Highlights der Literatur nicht mit allen interpretatorischen Ansätzen einverstanden sein: So verfehlten die Schwestern etwa bei Schuberts herrlicher, immer wieder zutiefst ergreifender f-moll-Fantasie die herzzerreißende Klage des Hauptthemas mit einem gesäuselten Pianissimo anstatt dem vorgeschriebenen, ausdrucksvollen Piano. Und zu Beginn des Abends hatten sie Mozarts Sonate für zwei Klaviere D-Dur (KV 448) – auf immerhin akzeptable Weise – mehr von ihrer glanzvollen Oberfläche als von ihrem inneren Gehalt her aufgefasst. Brillant bei Gershwin Zwischen kindlicher Schlichtheit und preziös glitzernden Chinoiserien erklangen nach der Pause die Cinq Pièces Enfantines „Ma mère l´Oye“ von Maurice Ravel in der originalen vierhändigen Fassung. Zum sensationellen Höhepunkt des Abends aber wurde George Gershwins „Rhapsody in Blue“, und zwar in der Version der ersten Niederschrift aus dem Jahr 1924 mit dem Solopart im ersten, den Begleitstimmen im zweiten Klavier. Da entpuppte sich Katia Labèque als Virtuosin von brillanter Technik, perfektem rhythmischem Jazz-Feeling und nicht zuletzt auch als begabtes Showtalent. Und Marielle lieferte dazu den richtig „swingenden“ Background. Wenn da noch eine Steigerung möglich war, dann in den beiden fulminant servierten Gershwin-Zugaben. Großer Jubel! |
| WAZ, 07. Juni 2006 | Die Labèques sind immer wieder ein Ereignis, Christoph Dittmann |
| Einen weiten Bogen schlugen die Schwestern Katia und Marielle Labèque bei ihrem Duo-Abend, den sie beim Klavier-Festival Ruhr in der Essener Philharmonie gaben. Von Mozart über Schubert bis hin zu Satie und Strawinsky. Da wird man in ganz unterschiedliche Welten entführt und darf hoffen, dass es den Interpretinnen gelingt, dies auch plausibel zu vermitteln. Um es gleich zu sagen: Die beiden französischen Pianistinnen vollzogen jene Gratwanderung eindrucksvoll. Natürlich gibt es dabei Kompromisslösungen. Das betrifft die Mozart-Sonate C-Dur für Klavier zu vier Händen. Katia und Marielle gehen das Werk energisch an - ein Stil, der zur D-Dur-Sonate für zwei Klaviere wesentlich besser zu passen scheint. Während in den Ecksätzen fast schon der Sturm und Drang hindurch klingt, bezaubern sie im Andante mit Piano-Klängen der sanftesten Art. Dass die Labèques nicht nur auf Effekte setzen, zeigen sie in Schuberts Andantino varié. Ein ganz inniges, persönliches Musizieren ist da zu hören. Dennoch : Die wirkungsvolle Darbietung spielt nach wie vor eine wichtige Rolle in den Konzerten der Schwestern. Was sie in Strawinskys Konzert noch mit musikalischer Stringenz umsetzen, wirkt in der Zugabe - der Schlussteil aus Gershwins ´Rhapsody in Blue´ - allerdings maßlos übertrieben. Doch dafür erhielten sie den meisten Applaus. |
| Salzburger Nachrichten, 06. Juni 2006 | Karl Harb |
| Von den Orchesterkonzerten (mit Amsterdam Baroque unter Ton Koopman, dem Orchestre des Champs-Elysées unter Philippe Herreweghe und den Gabrieli Players unter Paul McCreesh) brachte das Letztere die spannendsten Überraschungen. Hier musste das Motto ´Wege zu Mozart´ anders gelesen werden: als Möglichkeiten der Mozartinterpretation, denn auf dem Programm standen großteils sattsam bekannte Standardwerke. Die Beseelung des Geläufigen gelang den Gabrieli Players mit einer stupenden Musizier- und Experimentierlust und plastisch-dramatischem Atem. Allein, wie etwa die Hörner in der Symphonie, KV 201, einmal als harmonische Stütze, dann als Klangfarben-Instrument und zuletzt (Coda des 1. Satzes) als Akzentsetzer mit Fanfarenstößen geführt wurden, zeugte von überlegter inhaltlicher Auseinandersetzung. Dass da auf alten Instrumenten nicht alle Töne sauber getroffen wurden, die Oboen zu scharf intonierten, wog weniger im Vergleich zur - auch in den Mienen der Musikerinnen und (nur sechs) Musiker sichtbaren - animierten, mitreißenden Spielfreude: Mozart wie neu. In diese stimmten auch die Schwestern Katia und Marielle Labeque im Konzert, KV 365, auf zwei herrlich dialogisierenden Hammerflügeln ein - sogar so sehr, dass einiges ein wenig nach ´Freistil´ klang, quasi improvisatorisch. Aber der Lebendigkeit und Frische des Musizierens steht solches allemal gut. |
| azn / 04. Mai 2006 | Temperament und Klarheit: Die Labèques mit Basler Begleitung |
| Tonhalle Zürich mit Kammerorchester Basel und Giovanni Antonini Dann Mendelssohns frühes Konzert E-Dur für zwei Klaviere und Orchester: Die Solistinnen Katia und Marielle Labèque sind gewandte Musik-Darstellerinnen; sie wagten gestalterisch einiges, die Aufführung glückte und strich die brillanten, auch kompositorisch erstaunlichen Seiten des Werks des Vierzehnjährigen heraus. |
| SHZ, 14. Juli 2005 | Virtuose Tasten-Schwestern, Detlef Bielefeld |
| WDR Sinfonie Orchester Köln und Semyon Bychkov ...Eigentliche Glanzpunkte aber waren natürlich Katia und Marielle Labèque. Die beiden Schwestern aus dem französischen Baskenland sind bekannt durch ihr breites Repertoire von Bach über Mozart bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. An diesem Abend im Flensburger ´Deutschen Haus´ demonstrierten die beiden Pianistinnen in zwei extrem disponierten Werken ihre pianistische Brillanz und musikalische Kompetenz. Da gab es zunächst mit ´Quotation of Dream´ von Toru Takemitsu einen impressionistisch-verhaltenen Dialog zwischen den Klavieren und dem sparsam eingesetzten Orchesterapparat - ein Werk der sehr leisen Töne un des musikdramaturgischen Stillstands. War diese zeitgenössische Komposition wohl vor allem dem japanischen Themenschwerpunkt geschuldet, so frönten die Solistinnen in den burlesk-virtuosen Paganini-Variationen des Polen Witold Lutoslawski ungehemmter Musizierlaune bis zu dionysischer Verausgabung: Eine schier atemberaubende Demonstration von erstaunlicher Klaviertechnik, die dem Abend echten Festivalglanz verlieh. |
| Der Tagesspiegel, 28. Juni 2006 | Eine zauberhafte Sommernacht, Elisabeth Binder |
| Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle / Waldbühne (...) Die musikalische „Nuit française“ war sommerlich heiter geprägt. Mit dem „Carnaval romain“ von Hector Berlioz ging es beschwingt los. Ein Höhepunkt war „Le Carnaval des animaux“ von Camille Saint-Saëns in der Fassung für zwei Klaviere und Orchester. Die großartigen Solistinnen Katia und Marielle Labèque schufen Tierbilder aus Noten, verwandelten Gazellen und Kängurus in Klavierklänge und entließen sie lebendig und liebenswert in die Nacht. Mit klarer Sanftheit bewegten sie das Wasser im „Aquarium“. War es wirklich der Kuckuck, der da aus den Tiefen des Waldes rief oder doch die Kunst des Orchesters? (...) |
| Stadt-Anzeiger Köln, 21. Mai 2005 | Glut, Poesie und Leichtigkeit, rü |
| Katia und Marielle Labèque in der Kölner Philharmonie Ob Katia und Marielle Labèque Maurice Ravels ´Ma mère l´ oye´ (´Mutter Gans´) auch in Kindertagen schon miteinander musiziert haben? Um diese fünf hochpoetischen Märchebilder so zart und zerbrechlich, so melancholisch und traumverloren in den Flügel zu hauchen, wie es ihnen in der Philharmonie gelang, muss man wohl durch die Erfahrung des Kindheitsverlustes gegangen sein. Ravels Klavierzyklus war der stille Höhepunkt eines Konzertes, das vor allem gegen Ende alles andere als still war: Mit George Gershwins glutvoll durchheizter ´Rhapsodie in blue´ brach die vornehme Fassade des klassischen Klavierabends endgültig zusammen. Es folgten zwei krachende Jazz-Zugaben, die auf dem Podium wie im Saal auffällig enthemmend wirkten. Dieses zündende Finale war gewiss nicht gerade von sehr feinem pianistischen Zuschnitt, aber man konnte dabei einiges über die höchst unterschiedlichen Temperamente der beiden Schwestern lernen, die im klassischen Repertoire so wundersam miteinander harmonieren. Das hatten sie zunächst in Debussys ´En blanc et noir´ bewiesen, dessen sprunghafte und fantastische Gestik mit atemberaubender Präzision vernetzt war. Sichtbare Zeichen der Koordination fehlten dabei fast vollständig; offenbar ist das Spiel der beiden Schwestern auf einer so tiefen und grundlegenden Ebene verbunden, dass es kaum noch der Körpersignale bedarf. Davon profitierte auch Strawinskys strukturell hoch verdichtetes Concerto für zwei Klaviere, das unter den Händen des famosen Duos zu schwebender, tänzerischer Leichtigkeit fand. |
| Dresdner Neueste Nachrichten, 10. Januar 2005 | Sybille Graf |
| Staatskapelle Dresden und Robin Ticciati Was jene - Katia und Marielle Labèque- auf den Tasten zauberten, war sowieso berückend. So unterschiedlich die Schwestern im Temperament scheinen - identisch ist ihre beglückende Art, Farben zum Leben zu bringen, ihr souveräner, facettenreicher Umgang mit dem Anschlag: im zwischen gemeißelter Perkussivität und irisierendem Schweben changierenden Kopfsatz ebenso wie beim - von den Labèques sehr frei und mit feinem Humor gehandhabten - Spiel mit Mozartscher und spätromantischer Klangsprache im zweiten Satz und dem virtuos-akzentuierten Finale. Das Publikum wusste es zu würdigen - eine charmant-witzige Zugabe der Pianistinnen dankte es. |
| Tagesanzeiger, Mai 2007 | Thomas Meyer |
| 1. CD KML Records | Werke von Ravel Katia & Marielle Labèque etwa aus den Vogelstimmen des Petit Poucet hervorzaubern, ist schlicht ergreifend. Höchste Kunst der Nuance und des rücksichtsvollen Sentiments ist das, gerade in den so genannten Kinderstücken zu vier Händen des Zyklus Ma mère lOye, faszinierend, wenn auch nicht ganz frei von Manierismen. Die beiden nehmen sich einige Freiheiten und lieben den Nachhall, aber das verzeiht man ihnen, weil ihre Interpretationen in sich so stimmig klingen und Atmosphäre vermitteln. Mit dieser Ravel-CD, die im neuen hauseigenen Label erschienen ist, wollen die Schwestern ihre eigenen Klangvisionen umsetzen. Deutlich wird das in den spanisch inspirierten Stücken, der geheimnisvoll und fulminant dargebotenen Rhapsodie espagnole und vor allem im Bolero. Um dessen rhythmische Insistenz in Ravels eigener Version für zwei Klaviere besser umzusetzen, haben sie die Perkussionisten Gustavo Gimeno und Thierry Biscary beigezogen, und unerbittlich treiben sie diese Nicht-Musik (so der Komponist selber) gemeinsam zum Höhepunkt. |
| The Times, 11 May 2007 | Ravel, Geoff Brown |
| Thirty years ago the Labèque sisters, Katia and Marielle, had novelty on their side. They were young, French, the epitome of eccentric chic. With an offhand, offbeat wit they sat at adjoining grand pianos, loping through the two-piano repertoire. However grey the surrounding concert, they always fizzed. The trouble is, one got used to them. The world grew older. So did they. Time for midlife recalibration, then; time for them to start their own label, KML Recordings, developing projects for which major companies might not wish their signature on the dotted line. Other releases will crossbreed different music. They plan a concept album, Across the Universe of Language. But the first offering is core classical, a Ravel recital, and it’s spectacular. Nothing unusual in the repertoire, true. But the slant they take, the vivid performances and the recording’s generous halo put this CD on a shelf apart. The recital takes a trip to the Labèques’ childhood, to the folk rhythms of the Basque country where both they and Ravel were born. Baby Ravel left for Parisafter three months, but the Labèques find the Basque residue everywhere. Take the farandole’s kicking rhythms in the Rhapsodie Espagnole,or the Dionysian overkill of Ravel’s two-piano version of Boléro, enlarged with Basque percussion instruments here. Whether charging ahead or limpidly languishing, pianissimo, the Labèques provide a remarkable range of colours. Clattering at high speed, they still give us a rainbow (try the Rhapsodie’s fandango); while for quiet kaleidoscopic beauty, nothing tops their fairy garden in the Mother Goose suite. Aside from the colours, note as well the duo’s intuitive, sisterly feeling for interplay and ensemble. They can tease rhythms, coordination and each other without once derailing Ravel’s progress. Good times easily dominate; and as their very slow-burn Boléro mounts, with exotic instruments of wood, steel and skin rising from whispers to giant thumps, you want to roll out the red carpet. Welcome back, Katia and Marielle. Where have you been? |
| The Sunday Times, May 2007 | Classical CD of the Week, Hugh Canning |
For their first album on their own label, the Labèque sisters return to Ravel – specifically, in the Rapsodie Espagnole and Boléro, to their roots in the region of France closest to Spain. The Rapsodie is perhaps Ravel’s best-known work for two pianos, and they play Boléro in a two-piano version made by Ravel, but adapted by themselves and the Basque composer Michel Sendrez to include Basque sounds: the atabal, a small drum; the txepetsxa, a tiny instrument, made out of a walnut shell, that imitates the sound of a wren; and a ttun-ttun, a drum with “sympathetic” strings. The arrangement works well, and these Iberian-inspired works frame a programme chosen to show off the permutations of the sisters’ double act: Marielle plays the Menuet antique, Katia the rarely heard solo Prélude, and they unite at one keyboard for the Mother Goose Suite – a performance of brilliance, especially in the Tom Thumb and Empress of the Pagodas movements – and a four-hands arrangement of Pavane pour une infante défunte. The Labèques’ experience in this repertoire is second to none today, and they launch their label with panache. |






